Jahreshauptversammlung 2021 in Minden

„Eine Welt im Wandel, Zeitung gibt Orientierung“

DZV.NRW-Vorsitzender DuMont Schütte fordert auf der Jahrestagung in Minden unterstützende Maßnahmen für die flächendeckende Informationsversorgung durch die frühmorgendliche Zeitungszustellung.

Bundespolitisches Podiumsgespräch mit Ralph Brinkhaus (CDU), Britta Haßelmann (Grüne) und Achim Post (SPD).

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von links: Lambert Lensing-Wolff (stv. DZV.NRW-Vorsitzender), Achim Post (SPD), Christian DuMont Schütte (DZV.NRW-Vorsitzender), Britta Haßelmann (B90/Grüne), Ralph Brinkhaus (CDU), Sven Thomas (DZV.NRW-Vorstand) Fotos: Mindener Tageblatt / Alexander Lehn

Vor rund 50 Branchenvertreterinnen und -vertretern hob der Vorsitzende des Verbandes, Christian
DuMont Schütte, mit Blick auf aktuelle Krisen die wichtige Funktion und Aufgabe unabhängiger Presse
hervor: „Besonders in Zeiten des Wandels und der Umbrüche ist es in einer demokratischen
Gesellschaft elementar, dass Menschen sich aus verlässlichen und unabhängigen Quellen informieren
können. Hierfür stehen die digitalen und gedruckten Angebote der Tageszeitungen.“ Besonders
während der Corona-Pandemie und der jüngsten Flutkatastrophe, so DuMont Schütte, haben die
lokalen und regionalen Tageszeitungen die Menschen aus ihren Lebensräumen verlässlich und
umfangreich informiert.

13 Mio. Menschen lesen regelmäßig in NRW Angebote der Zeitungen – gedruckt, online oder mobil
(best-for planning-Studie 2020/III). Die digitale Reichweite der Tageszeitungsangebote wächst weiter,
allein in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 30 Prozent. Zudem ist der Verkauf von ePaper (plus
9 %) sowie von digitalen Plus-Abos im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Von der Bundespolitik wünschte sich der Verbandsvorsitzende für die kommende Legislaturperiode
Unterstützung für die flächendeckende Informationsversorgung durch frühmorgendliche
Zeitungszustellung: „Diese Infrastruktur gewährleistet besonders in ländlichen Regionen
gesellschaftliche Teilhabe. Sie ist Teil der regionalen Daseinsvorsorge. Darüber hinaus sichert sie die
Grundlagen für eine erfolgreiche digitale Transformation der Zeitung – wirtschaftlich wie publizistisch.
Wir wünschen uns, dass auch die Politik hier ein Zeichen setzt und zum Erhalt dieser komplexen
Infrastruktur beiträgt.“

DuMont Schütte begrüßte zudem in seiner Rede, dass der Bundestag noch kurz vor Ende dieser
Legislaturperiode das Leistungsschutzrecht für Presseverleger verabschiedet hat. „Das ist ein wichtiger
Meilenstein für die Zukunft von unabhängigem und vielfältigem Journalismus in Deutschland!“
Er dankte der Politik für die breite Unterstützung dieses für die Branche wichtigen Rechts und forderte
in Richtung der großen Internetkonzerne, dass diese Urheber und Verlage nun fair an den Erlösen aus
der Verwertung von journalistischen Inhalten beteiligen.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV),
Dietmar Wolff, forderte im Rahmen der Tagung die Einhaltung des Verbots presseähnlicher digitaler
Angebote durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Auf der Versammlung diskutierten die Bundestagsabgeordneten Britta Haßelmann, parlamentarische
Geschäftsführerin Bundestagsfraktion Bündnis90/Grüne, Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSUBundestagsfraktion und Achim Post, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, über aktuelle Themen der Medienpolitik und des Bundestagswahlkampfes in einem von Kerstin Münstermann (Rheinische Post) und Joachim Frank (Kölner Stadt-Anzeiger) moderierten Podiumsgespräch.

Im Zuge der Diskussion betonten die drei Abgeordneten die Relevanz von Regionalzeitungen für die
Menschen vor Ort. Es sei wichtig, dass Zeitungen auf allen Verbreitungswegen zuverlässig und
flächendeckend die Menschen erreichen können. Die gedruckte Zeitung habe dabei weiterhin eine
hohe Relevanz. Deswegen betonten die ostwestfälischen Abgeordneten, dass sie sich in der
kommenden Legislaturperiode für eine Unterstützung der Zeitungszustellung einsetzen werden.